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18 werden mit Behinderung

18 werden mit Behinderung

Schulhof18 Jahre alt werden ist etwas ganz Besonderes.
Dann ändern sich viele Dinge in deinem Leben.
Du musst viele Entscheidungen treffen.
Zum Beispiel:

  • Was möchtest du nach der Schule machen?
  • Brauchst du eine gesetzliche Betreuung?
  • Wo möchtest du später wohnen?

Wir möchten dir bei diesen Entscheidungen helfen.
Dafür haben wir dir Infos zu folgenden Themen zusammen-gestellt:

  • 1. Gesetzliche Betreuung und Vorsorge-Vollmacht
  • 2. Grund-Sicherung
  • 3. Wohnen
  • 4. Ausbildung und Arbeit

1. Gesetzliche Betreuung und Vorsorge-Vollmacht

Eltern mit Kind unter 18Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
sind die Eltern verantwortlich.
Das heißt:
Die Eltern sorgen dafür,
dass es ihrem Kind gut geht.
Die Eltern dürfen zum Beispiel auch sagen:
Das Kind soll auf eine bestimmte Schule gehen.
Oder das Kind soll in einer Wohn-Einrichtung leben.
Das nennt man: Sorge-Recht.

Eltern mit Kind über 18Das Sorge-Recht der Eltern dauert
bis zum 18. Geburtstag des Kindes.
Dann ist das Kind Voll-jährig.
Das heißt:
Es darf selbst über sein Leben bestimmen.
Und nicht mehr die Eltern.

Manchmal kann man aber nicht alles alleine entscheiden.
Auch, wenn man Voll-jährig ist.
Zum Beispiel:
Wenn man Lern-Schwierigkeiten hat.
Oder wenn man eine schwere Krankheit hat.

Betreuer HilfeDann braucht man Hilfe.
Wenn man wichtige Entscheidungen treffen muss.
Zum Beispiel:
Beim Geld
Bei der Gesundheit
Diese Hilfe heißt gesetzliche Betreuung.

Eine gesetzliche Betreuung musst du
bei einem Betreuungs-Gericht beantragen.
Gesetzliche Betreuer können ganz
verschiedene Menschen sein.

Zum Beispiel:

  • Deine Mutter oder dein Vater,
  • dein Bruder oder deine Schwester,
  • andere Menschen, denen du vertraust,
  • Menschen, die gesetzliche Betreuung als Beruf machen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, Hilfe zu bekommen.
Diese Hilfe heißt Vorsorge-Vollmacht.
Bei der Vorsorge-Vollmacht erlaubst du einem anderen Menschen,
für dich zu entscheiden.
Diesen Menschen kannst du selbst auswählen.

Möchtest du mehr über die gesetzliche Betreuung oder
die Vorsorge-Vollmacht wissen.
Dann kannst du alle wichtigen Informationen in diesem Ratgeber nachlesen:
„Hilfe und Vorsorge, wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann.“
In Leichter Sprache.
Vom Justiz-Ministerium des Landes Nord-Rhein-Westfalen

Du findest den Ratgeber in unserer Mappe.

Außerdem findest du dort:

  • Einen Antrag auf gesetzliche Betreuung.
  • 2x Beispiele für eine Vorsorge-Vollmacht.
  • Die Adressen von den Betreuungs-Gerichten im Kreis Lippe.

Du und deine Eltern könnt zur gesetzlichen Betreuung noch mehr Infos
in schwerer Sprache bekommen.

Bitte ruft dafür in der Beratung für Menschen mit Behinderung an.
Wir schicken die Informationen gerne zu.


2. Grund-Sicherung

Grafische Darstellung der Leistungen vom AmtDie Grund-Sicherung ist Geld zum Leben.

Zum Beispiel:

  • Für Essen und Trinken
  • Für Kleidung.
  • Für die Wohnungs-Miete.

Einige Menschen mit Behinderung
können die Grund-Sicherung bekommen.

Zum Beispiel:

  • Wenn sie über 18 Jahre alt sind.
  • Wenn sie in einer Werkstatt
    für Menschen mit Behinderung arbeiten.
  • Oder wenn klar ist:
    Sie können nicht auf dem 1. Arbeits-Markt arbeiten.
    1. Arbeits-Markt heißt:
    Sie arbeiten da, wo auch Menschen ohne Behinderung arbeiten.
    KrankenhausZum Beispiel:
    Im Kranken-Haus oder in einem Geschäft.
  • Und wenn sie nur sehr wenig Geld bekommen.

Es können auch noch andere Menschen
Grund-Sicherung bekommen.
Zum Beispiel Rentner.
Älterer Mann mit GehstockÄltere FrauRentner sind Menschen ab 65 Jahren,
die nicht mehr arbeiten gehen.

Wenn du Grund-Sicherung bekommst:
Dann bekommst du dieses Geld:
Den Regel-Satz.
Vom Regel-Satz musst du zum Beispiel diese Dinge bezahlen:

  • Essen und Trinken,
  • Kleidung,
  • Zigaretten und Handy-Kosten,
  • Freizeit-Angebote.

Dann bekommst du noch:

  • Geld für die Miete,
  • Geld für die Heizung,
  • Geld für die Kranken-Versicherung,
  • Geld für die Pflege-Versicherung,
  • Geld für besonderes Essen.
    Zum Beispiel:
    Wenn du eine schwere Krankheit hast.
    Und nur besondere Sachen essen darfst.
  • Wenn du einen Schwer-Behinderten-Ausweis hast:
    Dann kannst du manchmal mehr Geld bekommen.

Die Grund-Sicherung bekommst du nicht einfach so.
Du musst einen Antrag schreiben.

Einen Antrag auf Grund-Sicherung findest du
in unserer Mappe.

Wenn du den Antrag fertig geschrieben hast:
Dann kannst du den Antrag beim Bürger-Amt der Stadt,
in der du lebst abgeben.

Hast du Fragen zu der Grund-Sicherung?
Willst du einen Antrag auf Grund-Sicherung schreiben?
Und brauchst dabei Hilfe?
Dann melde dich bei der Beratung für Menschen mit Behinderung.
Wir helfen dir, den Antrag zu schreiben.

Du und deine Eltern könnt zur Grund-Sicherung auch Infos
in schwerer Sprache bekommen.

Bitte ruft dafür in der Beratung für Menschen mit Behinderung an.
Wir schicken die Informationen gerne zu.


3. Wohnen

Bestimmt wohnst du noch bei deinen Eltern.
Deine Eltern unterstützen dich.
Und geben dir alles,
was du zum Leben brauchst.
Vielleicht hast du aber auch den Wunsch:
Ich möchte mal von Zuhause ausziehen.
Und in einer eigenen Wohnung leben.
Oder in einer Wohn-Stätte.

Im Kreis Lippe gibt es mehrere große Einrichtungen
für Menschen mit Behinderung:

  • Die Lebenshilfe Detmold e.V.,
  • die Lebenshilfe Lemgo e.V.,
  • die Stiftung Eben- Ezer in Lemgo

haben verschiedene Wohn-Angebote
für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen:

Leben in einer Wohn-Stätte:

WohnstätteVielleicht brauchst du aufgrund deiner
Behinderung viel Unterstützung.
Wenn du von Zuhause ausziehst:
Dann brauchst du weiter Tag und Nacht Betreuung.
So viel Betreuung und Hilfe gibt es oft nur in Wohn-Stätten.

In Wohn-Stätten leben viele Menschen mit Behinderung zusammen.
Sie wohnen dort meist in kleinen Wohn-Gruppen.

WohngruppeIn diesen Wohn-Gruppen wohnen sie
gemeinsam wie in einer Wohnung.
Jede Wohn-Gruppe hat feste Betreuer,
die sich abwechseln.
Die Betreuer unterstützen dich.

Hilfe beim EssenZum Beispiel:

  • Beim Essen.
  • Beim Anziehen.
  • Bei den Medikamenten.
  • Beim Duschen.

Die Betreuer helfen dir und den anderen Bewohnern
auch bei der Freizeit-Planung.

Zum Beispiel:

FreizeitaktivitätenEin Besuch im Schwimm-Bad
oder ein Ausflug ins Café.
Jeder darf mitbestimmen.

Leben in der Außen-Wohn-Gruppe:

Vielleicht wünschst du dir
in einer eigenen Wohnung zu leben.
Aber du traust dich noch nicht,
ganz alleine zu leben.
In Außen-Wohn-Gruppen können Menschen mit Behinderung lernen, selbständig zu wohnen.

AussenwohngruppeAußen-Wohn-Gruppen sind kleine Wohn-Gruppen.
Meist leben dort 4 bis 8 Bewohner.
Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer.
Mit den anderen Bewohnern teilt man sich
die Gruppen-Räume und die Küche.
Jede Außen-Wohn-Gruppe hat feste Betreuer,
die sich abwechseln.
Die Betreuer sind aber nicht den ganzen Tag
und die ganze Nacht in der Außen-Wohn-Gruppe.
Meist kommen die Betreuer erst,
wenn die Bewohner Feier-Abend haben.
Oder am Wochen-Ende.
Und sie bleiben auch nicht über Nacht.
Die Betreuer üben mit den Bewohnern viele Dinge.

Hilfe beim KochenZum Beispiel:

  • Essen kochen.
  • Die Wäsche machen.
  • Einkaufen gehen.

Manche Bewohner ziehen nach einiger Zeit
in eine eigene Wohnung.
Das muss aber nicht sein.

Leben in der eigenen Wohnung mit Betreuung:

Eigene WohnungVielleicht brauchst du nur wenig Unterstützung im Alltag.
Und du kannst mit etwas Hilfe
in einer eigenen Wohnung leben.
Das nennt man Ambulant Betreutes Wohnen.

Für die Dinge, bei denen du Hilfe brauchst,
kommt ein Betreuer vorbei.
Meist kommt der Betreuer 1 bis 3 Mal in der Woche.

Betreuer HilfeDer Betreuer unterstützt dich bei verschiedenen Dingen:

  • Wäsche waschen und aufhängen.
  • Geld abheben und einteilen.
  • Post und Briefe durchsehen.
  • Freizeit gestalten.

In der eigenen Wohnung kannst du selbst-bestimmt leben.

Möchtest du mehr über die Wohn-Angebote
im Kreis Lippe wissen?
In unserer Mappe findest du einige Info-Hefte.
Die Info-Hefte sind in schwerer Sprache geschrieben.


4. Ausbildung und Arbeiten

ArbeitVielleicht hast du dir schon Gedanken gemacht:
Was du nach der Schule machen willst.
Und wo du arbeiten möchtest.
Für Menschen mit Behinderung ist es oft schwer,
eine Ausbildung oder eine Arbeits-Stelle zu finden.
Trotzdem gibt es viele verschiedene Arbeits-Möglichkeiten:

Arbeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen:

Vielleicht kannst du nicht oder noch nicht
auf dem 1. Arbeits-Markt arbeiten.
1. Arbeits-Markt heißt:
Du arbeitest da,
wo auch Menschen ohne Behinderung arbeiten.
Dann hast du die Möglichkeit in einer WfbM zu arbeiten.

Bild von einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
WfbM ist die Kurzform von:
Werkstatt für behinderte Menschen.
In einer WfbM arbeiten Beschäftigte mit Behinderung.
In einer WfbM gibt es oft viele verschiedene Arbeits-Bereiche.

WfbM KücheZum Beispiel:

  • Gärtnerei
  • Wäscherei
  • Tischlerei
  • Küche

Wer in eine WfbM geht, besucht zuerst den BBB.
Das ist die Abkürzung für Berufs-Bildungs-Bereich.
Das BBB dauert 2 Jahre.
In dieser Zeit lernst du alle Arbeits-Bereiche kennen.

Du kannst feststellen:

  • Wo du dich wohlfühlst.
  • Welche Arbeit dir gefällt.
  • In welcher Gruppe nette Kollegen sind.

Dann wechselst du in den Arbeits-Bereich der WfbM.
Dort gibt es feste Arbeits-Gruppen.
Es gibt auch Außen-Arbeits-Gruppen.
Sie gehören auch zur WfbM.
Aber die Gruppe arbeitet nicht in der WfbM.
Sie arbeitet in einer anderen Firma.
Oder außerhalb der WfbM.
WfbM Gärtnerei
Zum Beispiel in der Garten-Pflege.
Manchmal wechseln Beschäftigte von der WfbM
auf den 1. Arbeits-Markt.

Vielleicht möchtest du nicht in einer WfbM arbeiten.
Dann gibt es auch andere Arbeits-Möglichkeiten.

In unserer Mappe findest du einen Ratgeber.
In dem Ratgeber kannst du dich über
weitere Arbeits-Möglichkeiten informieren:
„Start-Hilfe in das Berufs-Leben.
Jugendliche erfahren, was sie können“.
Vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe
In Leichter Sprache

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